Überblick
Das FPGA-Entwicklungssystem
TE-XC2S200 von Trenz
Elektronik bot zum Zeitpunkt der Entwicklung der
HaDes XP ein gut ausgestattetes Board mit zahlreichen
Anschlüssen zum bezahlbaren Preis (insgesamt ca. 250
€).
Herausragende Eigenschaften sind:
Auf dem Basisboard (hinten):
- Xilinx Spartan-II FPGA mit
200'000 Gatteräquivalenten (4700 4-bit LUTs, 56 kbit On-Chip
RAM)
- Flash ROM für das
Speichern der FPGA-Konfiguration
- Konfiguration des FPGA und
des Flash ROM über JTAG vom PC aus durch ein paralleles Kabel
(auch zum Transport anderer Daten gut geeignet). Das Kabel wird
mitgeliefert.
- 4
Erweiterungssteckplätze, auf die jeweils Tochterboards
aufgesteckt werden können, die mit jeweils ca. 35 frei
verfügbaren IO-Pins am FPGA angeschlossen sind
Auf dem Erweiterungsboard TE-BL
(vorne rechts):
- Vier sehr gut lesbare, rot
leuchtende 7-Segment-Anzeigen
- Acht rote LEDs und
Mikro-Taster
- Ein USB-Anschluss und
Transceiver für USB 1.1
- Ein VGA-Anschluss mit 16
Ungefähr-Standard-VGA-Farben (4 digitale Kanäle Red,
Green, Blue und Intensity), die durch eine Schaltung aus 5
Widerständen realisiert werden
- Eine 48 MHz Clock
(austauschbar)
Auf dem Erweiterungsboard TE-FR
(vorne links):
- 512 kB SRAM mit 70 ns
Zugriffszeit und 8 bit Datenbus
- 512 kB Flash-RAM mit 70 ns
Zugriffszeit beim Lesen (ca. 10 µs beim Schreiben) und 8 bit
Datenbus , mindestens 10'000
Lösch- und Schreibzyklen
Auf der beigelegten CD:
- Datasheets und genaue
Anleitungen
- Beispielcode (VHDL)
für die Ansteuerung des Buttons-and-Light Boards
- Demoversion eines USB
IP-Cores (leider unbrauchbar)
Kommentar
Natürlich
wünscht man sich im Nachhinein - insbesondere wenn man das
Entwicklungssystem mit neueren vergleicht - immer noch mehr von allem
(Logikelemente auf dem FPGA, Hauptspeicher, Flashspeicher, Farbtiefe
des VGA-Ausgangs, Kommunikationsanschlüsse [z.B. PS/2,
Ethernet]) oder noch Schnelleres (insbesondere der SRAM ist
für Grafikausgabe zu langsam). Aber alles in allem hat uns das
XC2S viele schöne Möglichkeiten zum Bau unserer
Konsole eröffnet, und wo uns noch etwas fehlte (schneller SRAM
und Tastatur- bzw. Mausanschluss), konnten wir dank der guten
Erweiterbarkeit mit Zusatzboards
abhelfen. Das Konzept von 4 äquivalenten
Steckplätzen, wobei die Karten solide (mit Schrauben) am
Basisboard befestigt werden können, ist herausragend und
für unseren Quasi-PC sehr vorteilhaft.
Wirklich nur eine Demo und
nicht sonderlich gut durchdacht ist der USB-Anschluss auf dem
TE-BL Board. Durch unser USB-Praktikum, bei dem wir den High-Speed
Philips USB Controller ISP1581 verwendeten, waren wir da einfach
einiges gewohnt. Die mitgelieferte Demoversion eines USB-Controllers
schafft kaum 1 kB/s Datenübertragungsrate. Mit einer separat
erhältlichen Version des IP-Cores ließe sich die USB
1.1-Übertragungsgeschwindigkeit von 1 MB/s wohl ausnutzen,
allerdings belegt dieser dann 35% der Logikressourcen des FPGAs, da ab
der Ebene der Leitungskodierung alles im FPGA gemacht werden muss.
Eine
deutlich bessere Lösung zur USB-Anbindung ist die
Verwendung eines High-Level-USB-Controllers, der die komplette
Datenübertragung (inklusive Paketerzeugung und Enumeration
[Verbindungsherstellung mit dem PC]) übernimmt. Geradezu
genial wird dieses Konzept im Chip FT245BM von FTDI
umgesetzt - das Interface zum FPGA oder Microcontroller hin ist hier
einfach ein 8-Bit-Bus mit Ready und Data-Available Leitungen, um den
kompletten (sehr
aufwändigen) USB-Kram kümmert sich der Chip. Nachdem diese
Art der USB-Anbindung lange Zeit auf unserer Wunschliste gestanden hatte,
wurde sie schließlich auf dem
Erweiterungsboard "USB & MMC"
in die Realität umgesetzt.
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